Letzte Woche habe ich einige meiner alten Notizbücher durchgesehen.
Das mache ich immer wieder einmal. Einfach, um zu schauen, welche Gedanken es wert sind, ihnen weiter nachzugehen. Ich bin jedes Mal überrascht, wie viele Ideen ich längst vergessen habe. Ohne diese Notizen wären sie einfach verschwunden – als hätte ich sie nie gedacht.
Das oben genannte Bruce-Lee-Zitat steht immer wieder in meinen Notizen.
Es steht für kontinuierliches, stilles Training und Disziplin.
Die wirkliche Arbeit passiert fast immer im Verborgenen.
Notizen machen, Texte schreiben, neue Nummern entwickeln, Vorträge vorbereiten, trainieren. All das geschieht meist, wenn niemand zusieht.
Mein Publikum sieht am Ende nur das fertige Ergebnis. Den größten Teil der Arbeit sieht außer mir fast niemand.
Die eigentliche Meisterschaft entsteht fast immer dann, wenn niemand zusieht.
In den letzten Wochen haben meine Frau und ich unsere älteste Tochter bei einer wichtigen Prüfung an der Musik- und Kunst Universität in Wien begleitet. Es ist eine große Freude zu sehen, wie aus großem Talent mit der Zeit echte Meisterschaft wird.
Und auch dort gilt: Hinter dieser Leistung steckt eine bemerkenswerte Disziplin und Hingabe. Fleiß. Ausdauer. Zweifel überwinden. Weitermachen, egal wie man sich gerade fühlt.
Das ist der Teil, den man auf der Bühne nicht sieht.
Ich habe übrigens auch Tage, an denen ich denke, ich komme keinen Schritt weiter. Tage, an denen ich zweifle oder meine Arbeit sinnlos erscheint. Je mehr ich mich mit den Biografien außergewöhnlicher Menschen beschäftige, desto klarer wird mir: Es ging ihnen allen so.
Deshalb habe ich mir für die nächsten Wochen zwei Dinge vorgenommen.
Erstens: Ich akzeptiere solche Gedanken als völlig normal – und mache trotzdem weiter.
Zweitens: Wenn ich jemanden sehe, der in etwas wirklich gut geworden ist, erinnere ich mich daran, dass dahinter fast immer jahrelange Arbeit im Verborgenen steckt.
Das ist übrigens auch ein gutes Mittel gegen Neid. Eine äußerst unangenehme Emotion und Eigenschaft.
Anerkennung ist immer die bessere Alternative.
Und wenn es um die eigene Tochter geht, bleibt ohnehin nur eines: Dankbarkeit.
In diesem Sinne, wie immer herzlichst,
Euer Thorsten Havener
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